EX_AEZ

Science-Fiction

Normseiten: 109

Herbert Georg Temper:        Hauptperson; wird in ein UFO verschleppt, am liebsten würde er seinen Entführern kräftig in den Hintern treten und zurück in seine Heimat fliehen

 

Herbert Georg Temper, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Versicherungsvertreter, wenn es um das Abschließen sinnloser Versicherungen geht. Er ist egozentrisch und rücksichtslos seinen Mitmenschen gegenüber. Schließlich weiß er genau, wie er vorgehen muss, um zu bekommen was er möchte.

In seiner Welt ist er der, der das Sagen hat. Doch dann wird er in einer nebligen Novembernacht, im total betrunkenen Zustand, von einem Raumschiff aufgegriffen.

Sich an nichts erinnernd, wacht er in einem kleinen Raum auf. Er denkt zuerst, er sei von der Polizei aufgegabelt worden und befindet sich in einer eigenartigen Ausnüchterungszelle. Doch hat er sich da geirrt. Wenn er etwas falsch zu machen scheint, bekommt er Stromschläge, zum Schlafen wird Betäubungsgas eingeleitet. Die Isolation und für ihn willkürlichen Bestrafungen zwingen ihn in die Knie. Jedoch nicht weit genug, dass er nicht einen Fluchtversuch aus dem Raum unternimmt, sobald sich die erste Gelegenheit bietet.

Er flieht hinaus, stellt aber an der ersten Kurve fest, dass er sich auf einem Raumschiff im Weltraum befindet und es nichts gibt, wohin er fliehen könnte. Jetzt erkennt er das erste Mal die Außerirdischen, als groteskes klischeehaftes Abbild menschlicher Figuren.

Es folgt eine medizinische Untersuchung auf dem Raumschiff, die von ständigen Schmerzen und Qualen begleitet wird.

Das Raumschiff landet schließlich auf einem Planeten. Es gibt ein Galaempfang für die Astronauten, wo auch Herr Temper vorgeführt wird. In seinen Aufschreibungen weist Herr Temper darauf hin, wie plump und dekadent der Großteil der Außerirdischen auf ihn wirken. Arrogant und Menschenverachtend. Trotz seiner unterwürfigen Lage, sieht er sich die ganze Zeit immer als etwas Besseres, als diese, in den Weltraum reisende, Kultur.

Herbert Georg Temper wird in sein neues Zuhause gebracht. Ein Gehege in einem Museum. Das Gehege ist der plumpe Versuch eine menschliche Behausung darzustellen. Außer ihm teilt noch ein katzenartiges Wesen sein los, mit dem er sich wegen ihres gemeinsamen Schicksals, dem eingesperrt sein, verbunden fühlt.

Er verbringt einige Zeit in dem Käfig, bis ihm die Decke auf dem Kopf fällt und er nach langem Gebärden ein Buch und ein Stift bekommt.

Hier beginnt er zuerst Rückwirkend seine Entführung aufzuschreiben und was ihm sonst die letzten Jahre wiederfahren ist. Seine anfängliche Aversion gegen seine Entführer wird über die Jahre nicht weniger. Die Aufseher traktieren ihn andauernd mit Stromschlägen und die Besucher sind entweder desinteressiert oder freche Rotzbengel. In den Jahren hat er sich oft Gedanken gemacht, wie sinnlos oder sinnvoll sein früheres Leben war.

Als die Außerirdischen feststellen, dass er lesen und schreiben kann, kommt eine Forscherin zu ihm, die mit ihm anfängt regelmäßige Tests und Versuche zu machen, um herauszufinden, wie intelligent ihr Entführungsopfer genau ist. Temper lernt das nötigste ihrer Sprache. Die Forscherin ist das einzige außerirdische Wesen für das er so etwas wie Sympathie entwickelt.

Trotz der Abwechslung durch die Forscherin, die er nun erfährt, findet er sich immer mehr in einer Spirale der Sinnlosigkeit wieder. Träge verbringt er einen Tag nach dem anderen und sitzt stundenlang nur herum. Bis er eine überraschende Entdeckung macht.

Eine Animation in Sichtweite von seinem Gehege zeigt die Evolution des Menschen: vom Affen bis hin zu den Außerirdischen. Er erkennt, dass er nicht auf einem fremden Planeten ist, sondern in der Zukunft und somit unter weiterentwickelten Menschen.

Es ändert nicht seine Einstellung den Wesen gegenüber. Im Gegenteil: Diese Erkenntnis, dass er sich immer noch auf der Erde und unter Menschen befindet lässt ihm seinen alten Ehrgeiz wiedererwecken. Menschen hintergehen und für seine Zwecke manipulieren kann er. Das hat er in seinem Beruf täglich gemacht.

Er fängt an, die Menschen aus der Zukunft genau zu studieren und alles zu lernen, was er kann. Durch seine Lernfortschritte wird er zu einer Art als Maskottchen für die zeitreisenden Astronauten. Bei den nächsten Starts in die Vergangenheit ist er dabei. Jedoch nur als Beobachter. Dennoch analysiert er seine Umgebung genau und plant schließlich einen waghalsigen Fluchtversuch, um wieder zurück in seine Zeit zu gelangen. Drei Monate später soll der nächste Abflug sein und er nimmt sich vor an Bord zu sein.

Dass die Außerirdischen in ihm nicht mehr als einen Affen sehen, nutzt er zu seinem Vorteil. Bei dem nächsten geplanten Abflug des Raumschiffes gelingt ihm der unbemerkte Zugang auf das Raumschiff. Durch ein Hologramm konnte er die Außerirdischen täuschen. Den Zugangscode des Raumschiffs hat er sich von einem der vorherigen Starts gemerkt.

Er hält sich auf dem Raumschiff versteckt. Hunger überkommt ihn. Die Reise zurück in seine Zeit dauert länger, als er geplant hatte. Doch schließlich ist er noch bei der Landung unbemerkt. Leider ergibt die Fehlertoleranz des Raumzeitflugs eine Abweichung von über 500 Jahren und Herbert Georg Temper landet 500 Jahre vor seiner eigentlichen Zeit irgendwo in Afrika, wo schließlich auch sein Notizbuch gefunden wurde, welches die ganze Geschichte erzählt.